Geschichte des Telefons von den Anfängen bis heute

Es ist ein historisches Datum. Als am 26. Oktober 1877 in Berlin das erste Ortsgespräch Deutschlands geführt wurde, konnte noch niemand ahnen, wie sich die Geschichte des Telefons entwickeln würde. Im 21. Jahrhundert gibt es nun weltweit mehr als zwei Milliarden Handy-Nutzer und das Internet ersetzt als Übertragungsmedium den klassischen Festanschluss. Telefonieren wird das indes heute nicht mehr genannt: VoIP (Voice over IP) ist das Wort der Stunde.

Von Sprechrohrleitungen über Morsetelegraphen bis hin zum Telefon

Kennen Sie Samuel Moreland? Oder Johann Heinrich Lambert? Wenn es um die Geschichte des Telefons geht, sollten diese beiden Namen Erwähnung finden. Die beiden Tüftler experimentierten bereits im 17. bzw. 18 Jahrhundert mit nichtelektrischen Fernsprechern. Ihre Versuche ermöglichten erst die Entwicklung der so genannten Sprechrohrleitungen, die im 19. Jahrhundert insbesondere im Zuge der Dampfschifffahrt eingesetzt wurden.

Die nachfolgende Entdeckung des Morsetelegraphen durch Samuel F. B. Morse (1837), die Entwicklung der ersten Telefonapparaturen von Erfindern wie Antonio Meucci, Philipp Reis oder Elisha Gray sowie die erste funktionierende Anwendung eines Telefons durch Alexander Graham Bell (1876) basierte auf dieser Grundidee. Und so war es schließlich der Generalpostmeister Heinrich von Stephan, der eben 1877 den Grundstein zur langen Geschichte des Telefons in Deutschland legte. Ein Porträt über Heinrich von Stephan finden Sie hier .

Der Siegeszug des Telefons offenbart viele Kuriositäten

Von diesem Zeitpunkt an trat die Telefonie einen regelrechten Siegeszug an. In Berlin wurde das erste deutsche Telefonnetz mit rund 50 Teilnehmern initiiert (1881). Noch im gleichen Jahr wurde ein so bezeichneter Fernsprechkiosk in Deutschlands Hauptstadt in Betrieb genommen. Mit der Erfindung der Wählscheibe durch Almon Brown Strowger (1889) schossen automatische Vermittlungsstellen wie Pilze aus dem Boden. Kurz vor Ausbruch der 1. Weltkrieges gab es im Deutschen Reich bereits rund 1,5 Millionen Fernsprecher. Kuriosität am Rande: 1918 wurden schon Mobiltelefone in deutschen Zügen getestet.

http://www.youtube.com/watch?v=s2b9LAxsNNM

Ein entscheidender Schritt in der modernen Geschichte des Telefons in Deutschland wurde aber durch die Entwicklung des Fernwählsystems (1923) getätigt, wobei sich der Vollausbau bezüglich des Selbstwähldienstes bis 1972 hinzog. Während dieser Zeit machte die Entwicklung auf anderen Sektoren aber nicht halt. Wussten Sie beispielsweise, dass schon 1936 ein Bild-Telefon in Leipzig eingesetzt wurde? Oder dass die Amerikaner bereits 1956 ein Fernseh-Telefon entwickelten? Bezeichnend für den Entwicklungsstandard ist aber wohl die Tatsache, dass 1989 99,3 Prozent aller Haushalte (über 21 Millionen Hauptanschlüsse) in der Bundesrepublik über einen Telefonanschluss verfügten, während es in der DDR noch nicht einmal 16 Prozent (rund 1,9 Millionen Anschlüsse) waren.

Digitales Mobilfunknetz begründet ein neues Zeitalter

Mit der Einführung von ISDN, das die Bundespost bzw. Telekom zwischen 1987 und 1993 flächendeckend in Deutschland installierte, wurde die Geschichte des Telefons quasi neu geschrieben. Es war die Phase des technischen Umbruchs. Das mobile Netz respektive Handys gewannen immer mehr an Bedeutung und Popularität. Bereits 2004 nutzen über 70 Millionen Deutsche das Mobilfunknetz. SMS-Kurzmitteilungen, UMTS-Netz als Nachfolger des GMS-Standards, Internet-Telefonie – die Geschichte des Telefons wurde kontinuierlich und in rasendem Tempo um immer wieder neue Kapitel erweitert.

Jetzt sind beispielsweise Begriffe wie Cloud-Lösung oder VoIP in aller Munde. Eine virtuelle Telefonanlage (http://www.telefonanlagen-ratgeber.de/virtuelle-telefonanlage.html) basiert dabei auf modernster Internettechnologie, wobei sämtliche Leistungen rund um die Kommunikation aus einem Rechenzentrum zur Verfügung gestellt werden. Und VoIP gehört im Rahmen der Internet-Telefonie wohl die Zukunft. Die Geschichte des Telefons ist wohl bald um einen Absatz reicher: Vielleicht werden Sie sogar noch Zeuge, wenn der Festnetzanschluss endgültig ausgedient hat.

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